Ausstellungsgespräch mit dem Nachlassverwalter Alban Sänger

(c) Nachlass Matthias Kunkler, Düsseldorf VG Bild-Kunst, Bonn Foto Martin Wissen, Borken 2022
Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung "Matthias Kunkler. 1957-1997. Malerei und Collagen"

Der Rundgang mit dem Nachlassverwalter Alban Sänger gibt exklusive Einblicke in Matthias Kunklers Schaffen.

Kunkler ist ein in Borken geborener Künstler, zu dessen öffentlicher Würdigung und Wiederentdeckung diese Ausstellung in seiner Geburtsstadt einen Beitrag leistet. Sie ist die erste ihm gewidmete Retrospektive überhaupt und ein Versuch, seine Arbeiten 25 Jahre nach seinem Tod kunsthistorisch einzuordnen und in den Kontext seiner Zeit zu stellen. Mit der Ausstellung entdecken wir einen Unbekannten wieder, würdigen eine unvollendete künstlerische Biografie und holen wunderbare Kunstwerke aus der Vergessenheit.

Zum Künstler:

Matthias Kunkler wurde am 4. Dezember 1957 in Borken (Westfalen) geboren. Sein Vater, der in der Region gut bekannte Künstler Hermann Kunkler (1927-2020), war Goldschmied und Bronzebildner. Matthias wuchs in kunstsinnigem Umfeld mit seinen Geschwistern in Raesfeld auf, wo der Vater seit 1960 seinen Wohnsitz und sein Atelier hatte und ging in Borken zur Schule.

Matthias Kunkler studierte von 1979 bis 1985 an der Hochschule der Künste in West-Berlin und war 1985 Meisterschüler von Raimund Girke (1930-2002), der zeitlebens ein wichtiger Impulsgeber für ihn bleibt. In der zeitgenössischen Kunst lieferten ihm die Werke des amerikanischen Meisters Frank Stella wichtige Inspirationen. Ab 1984 lebte und arbeitete Kunkler in Düsseldorf und stellte im gleichen Jahr seine Rahmen- und Bildgrenzen sprengenden Collagen erstmals in der dortigen Galerie Zimmer aus.

Matthias Kunkler ist durch und durch Maler. Alle seine Collagen sind von Anfang an Malerei. Schon bevor eines seiner Bilder entsteht, beginnt Kunkler zu malen, bedeckt unterschiedlichste Papiere mit Mustern, Farbflächen, Farb- und Formkonstellationen verschiedenster Art.

Aus diesem Fundus heraus fügt er seine Collagebilder zusammen, legt die Bögen übereinander, lässt Schichten durchscheinen und bearbeitet die Zusammenstellungen erneut malerisch und zeichnerisch. Die Bilder wachsen aus ihrem Inneren heraus, so dass sie ganz selbstverständlich keinen Rahmen (mehr) brauchen und auch der Malgrund ohne Bedeutung bleibt.

Im dichten Neben- und Übereinander mannigfaltiger Muster, Farben und Formen entsteht eine geradezu vitale / wachsende Energie. Im Großen fügen sich Binnenstrukturen, Wiederholungen, übergreifende Formen, Farbbänder und geometrische oder zeichenhafte Formen schier unendlichen Panoramen zusammen, die nicht abgeschlossen scheinen, sondern nur vorläufig datiert und aus der Hand gelegt sind. In einem ständig fortdauernden Arbeitsprozess, die die Tendenz haben sich über die Wände auszubreiten, grenzenlos zu sein und ganz Räume zu okkupieren.

Termine

  • Sonntag, 26. März 15:00 Uhr