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Viermal im Jahr stellen wir in Kooperation mit dem Stadtarchiv Borken Exponate aus dem Depot vor. Das Objekt und die zugehörigen archivarischen Quellen sind im Projektraum im 2. Obergeschoss des FARB während der Öffnungszeiten zu sehen. Zu jeder Ausgabe erscheint eine Postkarte, die im Shop der Tourist-Information kostenlos erhältlich ist.
In Kooperation mit dem Stadtarchiv Borken



Schlüsselbrett, neues Rathaus 1953
Holz, Metall, Papier, Plastik; 34 cm x 28 cm
Sammlung der Stadt Borken
Auf der Rückseite: „Das erste in Eile von mir gefertigte Schlüsselbrett für das Borkener Rathaus aus dem Jahr 1953. (Die Verwaltung hatte es vergessen zu bestellen.) (Später kam aber ein größeres u. schöneres Brett.) H. Wi.“ Dieses Schlüsselbrett wurde vom Hausmeister Heinrich Wigger des nach dem Krieg neu gebauten und im Frühjahr 1953 bezogenen Borkener Rathaus hergestellt. Somit gehört es in mehrfacher Weise zu dem Gebäude, in dem es jetzt ausgestellt ist und verbindet die Geschichte des Ortes mit den Menschen.
Standort des heutigen FARB, 1945
Das neue Rathausgebäude, 1953
Fotografien, Stadtarchiv Borken, Schmitz Dahm
Beim Blick vom heutigen Borkener Marktplatz auf die Gebäudesituation im Jahr 1945, dort, wo das heutige FARB steht, lässt sich deutlich die kriegszerstörte Heilig Geist Kirche links erkennen. Sie wurde im Gegensatz zu den anderen hier sichtbaren, zerbombten Häusern wiederaufgebaut.
Im Frühjahr des Jahres 1953 konnte das durch den Coesfelder Architekten H. W. Schäfer neu errichtete Borkener Rathaus eingeweiht werden. Der Ratssaal der Stadt befand sich nun in der in das Gebäudeensemble integrierten Heilig Geist Kirche. Erst 1985 zog die Stadtverwaltung in das bisherige Landratsamt im Piepershagen 17, das heutige Rathaus.


Grundriss der Dienstwohnung
Stadtarchiv Borken, Stadt Borken D 916
Zu dem neuen Rathausgebäude gehörte auch der sog. Nordflügel, in dem sich heute die Sonderausstellungsräume des FARB befinden. Oben unter dem Dach wurde die Hausmeisterwohnung eingeplant und ausgeführt: hier wohnte Heinrich Wigger mit seiner Frau, zwei Töchtern und einem Sohn. Möglicherweise hat er also dieses Schlüsselbrett in den Räumen unserer heutigen Studioausstellung konzipiert und erstellt.

Borkener Zeitung, Nr. 55, 6. März 1981
Borkener Zeitung, Nr. 251, 28. Oktober 1997
Kopien aus der Borkener Zeitung, Stadtarchiv Borken
Heinrich Wigger war 42 Jahre im öffentlichen Dienst tätig: von 1945 bei den Stadtwerken und von 1953 bis zu seinem Ruhestand 1981 als Hausmeister des Rathauses. Er war ein bekannter und umtriebiger Mensch, der nicht nur ehrenamtlich lange Zeit bei der Obdachlosenhilfe engagiert war, sondern sich auch sehr für den Heimatverein einsetze. Da sich das Haus aus den Sammlungsaktivitäten des Heimatvereins Borken e. V. in den 1980er Jahren zum Museum in städtischer Trägerschaft entwickelte, bekommt das Schlüsselbrett einen weiteren Bezug zu Ort und Mensch.

