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Julia Schily-Koppers (1855-1944)

Zwischen Kunst und Konvention

FARB Corporate Design Strich weiss - breit

Zur Ausstellung

Laufzeit: 7. Dezember 2024 – 18. Mai 2025

Anlässlich des 80. Todestages und des 170. Geburtstages der in Borken geborenen Künstlerin Julia Schily-Koppers (1855-1944) bereiten wir eine umfangreiche Ausstellung vor, die durch eine aktuelle Publikation mit einer Zusammenstellung ihres Schaffens begleitet werden wird.

Als Künstlerin ihr ganzes Leben tätig, überwand Julia Schily-Koppers zahlreiche Hindernisse und entsprach zugleich den Erwartungen ihres Umfeldes an sie als Frau, Ehefrau und Mutter. Ihre Leistung als Vorreiterin vieler nachfolgender Künstlerinnen, die gegen alle Widerstände auf eine professionelle Ausbildung und Künstlerschaft bestanden und diese lebten, ist bis heute noch nicht ausreichend gewürdigt worden und ein Schatz für die Stadt Borken, den es zu heben gilt.


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Würdigung ihrer Pionierrolle

Fotografie Julia Schily-Koppers

Julia Schily-Koppers führte in Düsseldorf ein eigenes Atelier mit eigenen Schülerinnen, welches sie aber durch die Heirat mit dem Ingenieur Leo Schily weitgehend aufgeben musste. Zahlreiche durch den Beruf des Ehemannes bedingte Umzüge boten ständig neue Herausforderungen. So suchte sie etwa in den Jahren, die die Familie in den Niederlanden lebte, Anschluss an die dortige Kunstszene und änderte auch ihren malerischen Stil und die Thematik. Zahlreiche Skizzen und Studien auf unterschiedlichsten Materialien zeigen auch, wie sehr Julia Schily-Koppers an ihrer Profession festhielt und zugleich die Umstände ihr Grenzen auferlegten. Sie erreichte das Lebensalter von 89 Jahren, in denen sie zwei Weltkriege erleben musste, und blieb bis ins hohe Alter malerisch aktiv, sodass die Ausstellung ihre unterschiedlichen biografischen sowie künstlerischen Positionen zu präsentieren sucht.

Das Eingespannt-Sein zwischen Künstlerschaft, Ehedasein und Mutterschaft ist auch heute, trotz vieler Fortschritte, veränderter Lebensmodelle und Bewertungen, immer noch eine Herausforderung für viele Künstlerinnen. Noch heute müssen sie um gleichberechtigte Zugänge und Sichtbarkeit kämpfen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen und das Lebenswerk Schily-Koppers, welches hier in Borken inzwischen gut bekannt ist, ganz besonders unter diesem Aspekt neu beleuchten und dabei auch bisher wenig beachtetes Archivmaterial veröffentlichen. Die längst notwendige Publikation wird neben zahlreichen Werken, die einen umfassenden Einblick in ihr Werk ermöglichen, auch erstmals durch die Bearbeitung der archivarischen Quellen eine fundierte Biografie der Künstlerin vorlegen können. So hoffen wir ein lebendiges Bild einer Malerin des 19. Jahrhunderts, die sich zwischen Ehe und Künstlerschaft behauptete, vermitteln zu können.

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Leben und Werk

In einer Zeit, in der Frauen ein offizielles Studium an deutschen Kunstakademien noch verwehrt war, verfolgte Julia Schily-Koppers energisch den Wunsch, die Malerei professionell zu erlernen. Nach einer „schönen, ländlichen Kinderzeit“ in der Umgebung des damaligen Hauses Koppers in der Vennestraße, absolvierte die Tochter des Juristen und späteren Landgerichtsrates Albert Koppers zunächst ein Haushaltsjahr, bevor ihre Eltern eine Lehre bei dem Maler Dominik Mosler, der an der Ausmalung der Ägidii-Kirche in Münster beteiligt war, billigten. 

Sie setzte ihre Studien in Düsseldorf fort, wo sie gemeinsam mit weiteren weiblichen Kunststudentinnen durch Professoren der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtet wurde. Bereits 1878 konnte sie auf der Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin ihre Werke zeigen, worauf die Teilnahme an zahlreichen, auch internationalen Ausstellungen folgte. Selbst nach der Heirat mit dem Ingenieur Leo Schily, zahlreichen Umzügen und als Mutter von drei Kindern gab sie die Malerei nie völlig auf und widmete sich bis ins hohe Alter vor allem der Porträtmalerei und dem Genrebild. 

Ihr Leben und Werk spiegelt insbesondere die Situation jener mutigen und oft übersehenen Frauen im Klima des 19. Jahrhunderts wider, die Kunst, Liebe und Leben gleichsam ernst nahmen und dennoch auch den Weg der erst beginnenden Emanzipation ebneten. Künstlerinnen wie Paula Modersohn- Becker, Gabriele Münter oder Clara Rilke-Westhoff wurden erst geboren als Malerinnen der Generation Julia Schily-Koppers bereits erste, hart erkämpfte Ausstellungserfolge feierten, heute jedoch zumeist vergessen sind.

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Ausstellung und Katalog

Der Werkkatalog und die Ausstellung möchten neben einer Kombination von Werken aus dem Nachlass der Künstlerin im Besitz des Heimatvereins Borken e.V. und der Stadt Borken mit jenen aus dem Nachlass-Anteil, der sich im Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe Bonn befindet und welcher bisher noch nicht öffentlich präsentiert worden ist, auch Leihgaben aus Privatbesitz sowie aus den Museen Münster (LWL-Museum für Kunst und Kultur), dem Stadtarchiv Mülheim a. d. Ruhr, der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz u.a. zeigen. 

Dadurch wird der Blick auf das Werk von Julia Schily-Koppers wesentlich erweitert. Anspruch und Professionalität der Künstlerin lassen sich besonders gut in der Kontextualisierung der Werke durch schriftliche Zeugnisse, Zeichnungen, Studien und Fotografien aufzeigen. Hierzu verfügen das Archiv in Bonn und die Sammlung in Borken über vielfältiges Material. So lässt sich beispielsweise konkret aufzeigen, wie sich die Malerin mit dem damals noch jungen Medium der Fotografie auseinandersetzte und dieses auch für ihre Gemälde nutzen konnte.

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